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Bienen & Imkerei im Internet

Der kleine Bienenstockkäfer

Eine neue Plage in den Bienenvölkern

Die Veröffentlichung des Artikels und der Fotos erfolgte mit freundlicher Genehmigung von:
Prof. R. D. Fell, Department of Entomology, Virginia Tech, Blacksburg, VA 24061
E-Mail: rfell@vt.edu



Der kleine Bienenstockkäfer (Tumida Aethina (Ordnung Coleoptera; Familie Nitidulidae), wurde erstmals in den USA, in Florida im Juni von 1998 entdeckt und ist jetzt in 3 anderen Staaten, in Georgia, in Süd-Carolina und in Nord-Carolina gefunden worden.

Käfer

Der kleine Bienenstockkäfer kann eine zerstörende Plage für Honigbienen sein, er beschädigt die Waben, den darin gespeicherten Honig und den Pollen. Die Käfer können auch verdeckelte Honigzellen und den darin befindlichen Honig unbrauchbar machen.
Wenn die Käferplage schwer genug ist, kann sie die Bienen veranlassen, den Bienenstock zu verlassen.
Der Bienenstockkäfer war zuvor nur in den südlichen Regionen Afrikas bekannt, wo er als geringere Plage für die Bienen eingeschätzt wurde. Informationen über den Lebenszyklus des Käfers stammen größtenteils aus Studien in Südafrika. Bis jetzt wurden keine detaillierten Studien in den verschiedenen Regionen der USA, in denen der Käfer aufgetreten ist, veranlaßt.
Der kleine Bienenstockkäfer ist ein Mitglied der Familie Nitidulidae, von denen viele Aasfresser sind. Der ausgewachsene Käfer ist dunkelbraun bis schwarz und über einen halben Zentimeter lang. Sie leben bis zu 6 Monaten und können überall in der Beute beobachtet werden, obwohl sie am häufigsten auf den hinteren Teilen des Bodens der Beute auftreten. Die weiblichen Käfer legen ungewöhnlich große Massen von Eiern in Spalten und Risse der Beute. Die Eier entwickeln sich in 2 -3 Tagen zu weiß gefärbten Larven, die 10 - 11 mm lang werden. Die Larven fressen Pollen und Honig, zerstören die Zellen der Waben und brauchen 10 - 16 Tage um auszureifen. Danach verlassen die Larven die Beute und graben sich im Boden, nahe der Bienenbeute, ein. Die Verpuppung dauert annähernd 3 - 4 Wochen. Neu hervorgekommene Käfer suchen die Beuten auf und die Weibchen beginnen im allgemeinem eine Woche nach dem Auftreten mit der Eierablage. Bienenstockkäfer können in warmen Zeiten 4 - 5 Generationen in einem Jahr haben.
Der hauptsächliche Schaden an den Völkern und dem gespeicherten Honig wird durch die Fütterung der Larven verursacht.

Larve

Eine Zusammenfassung des Schadens kann folgendermaßen beschrieben werden:

Die Larven graben sich durch die Zellen, die Honig oder Pollen beinhalten, beschädigen oder zerstören die Verdeckelung der Zellen und die Zellen selbst. Die Larven entleeren ihren Darm im Honig und der Honig wird dadurch unbrauchbar. Die Aktivitäten der Larven lösen einen Gärungsprozess aus, der Honig schäumt. Er entwickelt einen charakteristischen Geruch nach verfaulten Orangen. Die Zerstörung und die Gärung bewirkt, daß der Honig aus den Zellen läuft und ein Durcheinander in den Beuten auslöst. Ein schwerer Befall mit dem Käfer kann bewirken, daß die Bienen den Stock verlassen; einige Imker haben einen rapiden Verfall selbst von sehr starken Völkern beobachtet.

Kontrolle über den Bienenstockkäfer

Der kleine Bienenstockkäfer ist als nebensächliche Plage in Südafrika bekannt und wurde so nicht Inhalt von größeren Kontrollen. Der Käfer wird häufig in schwachen Völkern beobachtet und fällt selten starke Völker an. Wie auch immer, Unterschiede in der Art des Hausputzes von Bienen, die in Südafrika und den USA beobachtet wurden, kann unterschiedliche Reaktionen auf den Käfer auslösen. Einige frühere Berichte aus Südafrika und üd-Carolina deuten darauf hin, daß der Käfer hier mehr Schaden anrichtet als in Afrika. Starke Völker sind vermutlich immer noch der beste Schutz und schwache Völker sollten neu zusammengestellt oder mit einer neuen Königin versehen werden.
Man sollte vorsichtig sein, daß keine Ausrüstung von befallenen Völkern, bei nicht befallenen Völkern, zum Einsatz kommt.
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