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Bienen & Imkerei im Internet

Die Feinde der Honigbiene



Neben Krankheitserregern können auch Vertreter von höher entwickelten Tieren erheblichen Schaden an Bienenvölkern anrichten. Solche Tiere sind zum Beispiel:
  • Wespen - Sie benötigen zur Brutfütterung Fleischnahrung und fangen daher Insekten ab oder dringen in schwache Bienenvölker ein. Sie ist auch als Honignäscher eine Plage im Bienenstock.
  • Hornissen - Sie fangen Bienen beim Blütenbesuch und am Flugloch ab oder dringen in die Beute ein und verursachen dort Unruhe.
  • Der Bienenwolf - Er gehört zu den Grabwespen und fängt Flugbienen ab und schafft sie als Aufzuchtnahrung für die Larven in die Brutkammer. Massenhaftes Auftreten ist mit hohen Bienenverlusten verbunden
  • Spinnen - Sie fangen in ihren Netzen Bienen oder sitzen in der Blüte, wo sie die Biene ergreifen und töten.
  • Vögel - Auch Vögel können Schädlinge der Bienen sein. Besonders wenn sie im Winter am Flugloch picken, können sie große Unruhe in das Volk bringen. Wenn sich dadurch die Wintertraube auflöst, bedeutet es meist den Tod des Volkes. Einige Vögel fangen auch Flugbienen während ihres Fluges, was allerdings nur zu geringen Verlusten führt.
Die gefährlichsten Schädlinge der Imkerei sind die Wachsmotten, deren gefräßige Raupen große Mengen von Wachs und Waben vernichten. Zu den Waben- und Pollenschädlingen gehören auch verschiedene Milben, die Bienenlaus - aber auch Armeisen können Schaden anrichten.
Viele Schädlinge nutzen die Winterruhe der Bienen aus, um in den Bienenstock einzudringen und Schaden an den Waben und Vorräten anzurichten. So zum Beispiel Hausmäuse und Spitzmäuse.

In Nordamerika haben die Bienen weitaus größere Säugetiere zum Feind, wie zum Beispiel Dachse und Bären.


Zu dem oben stehenden Artikel schreibt Helmut Garz, ein Imker aus den USA, folgendes:

Mit Interesse habe ich den Bericht über Feinde der Biene gelesen. Hierzulande müssen wir noch ein anderes Tier hinzufügen - Skunks (Stinktiere). Diese halten sich am Eingang des Bienenstocks auf und machen sich den Bienen bemerkbar. Diese kommen dann heraus um zu sehen, was los ist, und werden dann vertilgt. Um diese und andere Tiere fernzuhalten ist es angebracht, einen "elektrischen Zaun" zu installieren, der auch äußerst wirksam gegen Waschbären, Kühe, Pferde, Schweine und dergleichen ist. Ob er gegen Bären wirksam ist, weiß ich nicht.
Folgende Beobachtung ist auch am Platze. Ich höre ständig von Imkern, die gegen Wespen und Hornissen Krieg führen. Meine Lage im Wald, Gestrüpp oder Wiese hat eine gute Anzahl von Wespen und vielleicht eine Kolonie von Hornissen. Ein Hornissennest war zweimal ungefähr 3 Meter von meinen Bienen und vielleicht 25 Meter von den nächsten Wespennestern entfernt. Manchmal wurden beide Insekten neugierig und kamen entweder am Eingang oder anderswo um den Bienenkasten herum. In keinem Falle habe ich einen massiven Schaden beobachtet. Sollte eine Hornisse sich am Eingang befinden, haben ungefähr 6 Bienen sie entweder davon gejagt oder getötet. Das gleiche fand mit den Wespen statt. Die ganze Sache scheint eine Frage der Nahrung zu sein und der Stärke der Bienenkolonie. Das heißt nicht, das hin und wieder eine Wespe im Bienenhaus lebt und billige Nahrung findet (ich habe dies zweimal beobachtet, die Bienen haben die Wespe als Biene betrachtet = angenommene Pheronome). Beide Insekten ernähren sich von anderen Insekten und anderen Nahrungsmitteln. Tote und sterbende Bienen gehören dazu. Was hierzulande in den letzten Jahren verzapft wurde war die Aussetzung von Wespen in großen Mengen beim Forst, um eine gewisse Motte, die da Nadelbäume anfällt, zu vernichten. Als dort die Wespen die Motten vernichtet hatten, sind sie auf andere Nahrungssuche gegangen und fanden es bequem, sich an die Bienen zu halten. Wieder einmal kann man hier sehen, daß der wohlgemeinte Eingriff von Menschen die Naturbalance auf den Müll warf.

Helmut Garz, USA

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